Mitte der 1950er Jahre baute eine kleine Gemeinde mit damals deutlich unter 500 Einwohnern und nichts außer Wald und Landwirtschaft ein Schwimmbad. Sehr viel Freizeit hatten die Leute damals kaum; man wollte wohl insgesamt etwas in Richtung Lebensqualität tun und dafür sorgen, dass die Kinder Schwimmen lernten.

Mitte der 2010er Jahre drohte dieser beliebten Einrichtung, jetzt das einzige Schwimmbad einer industriell geprägten Großgemeinde und eine von zwei "Gebergemeinden" des Landkreises, aus Kostengründen das endgültige Aus!

Natürlich haben sich in der Zwischenzeit die Anforderungen an Technik, Sicherheit und Wasserqualität deutlich erhöht. Und selbstverständlich reicht es heute nicht mehr, einen adipösen Nichtschwimmer als Aufpasser in ein Kassenhäuschen zu setzen.

Und dennoch:

Ein Schwimmbad ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge. Niemand wird ernsthaft bestreiten, welch hohe Bedeutung in sportlicher, gesundheitlicher und sozialer Hinsicht - man könnte auch LEBENSQUALITÄT sagen - einem Schwimmbad heute zukommt. Die Weiterexistenz dieses Bades darf nicht am Geld scheitern. Kommunale Verwaltungen setzen indes häufig andere Prioritäten.

Aus diesem Grund regte sich im Juni 2015 eine Initiative zur Rettung des Schwimmbades. Zahlreiche Menschen aus allen Ortsteilen wollen sich jetzt dafür einsetzen, Optionen zu entwickeln, die den weiteren Betrieb sicherzustellen helfen. Noch sind wir in der Phase des Kräfte- und Ideensammelns - eine Struktur dieser Unterstützung aber wurde mit der Gründing eines Fördervereins bereits gefunden. Aber ein eindrucksvolles Signal an die Verwaltung wurde damit gegeben und dort begrüßt man immerhin unsere Initiative.

Erste sichtbare Zeichen im mittlerweile angelaufenen Badebetrieb konnten gesetzt werden: ein neuer Zaun, Sonnenschirme zum Ausleihen, Sonnensegel über dem Kleinkind-Planschbecken, Aschenbehälter überall, und wenn es Sonntags knapp wird mit der Besetzung der Kasse, springt jemand vom Förderverein gerne ein. Den Bademeister freuts. Aber das wird auf Dauer nicht reichen. Die Solarheizung auf dem Dach schlägt leck, einige Umkleidekabinen sind schäbig bis schadhaft und so weiter. Da gibt es auch für den Förderverein noch ausreichend Betätigungsfelder.

Vielleicht demnächst gemeinsam mit Dir?


Das Dream-Team des Fördervereins vor (gemaltem) Strand (v.l.) Werner Karl, Andrea Müller-Eckhard, Tanja Mattern, Gerhard Linneborn, Arno Kraußmann